Die Erfahrung, die ich besonders bei der Praktika-Suche für in Island gemacht habe: Es ist schwer! Aber man sollte sich auf keinen Fall entmutigen lassen. Auf meiner Suche bin ich auf viele, viele offene Arme von Menschen gestoßen, die mir sehr viel weitergeholfen haben.
Bei meinen bisherigen Bewerbungen in Deutschland war den Unternehmen sofort klar, was mit meiner Bewerbung um einen "Praktikumsplatz" verbunden war: eine unerfahrene (aber oft günstige) Arbeitskraft für einen bestimmten Zeitraum.
In Island ist das Praktikum ("internship" oder "work-placement") weitgehendst unbekannt (es sei denn, man strebt die in Island bekannte Farm-Arbeit an).
Viele Unternehmen konnten mit einer Bewerbung für ein "work-placement" oder "internship" gar nichts anfangen. Es ist daher ratsam, schon im Bewerbungsschreiben ausführlich auf die Modalitäten und Umstände einzugehen. Dazu aber später mehr ...
Um einen Praktikumsplatz zu bekommen, gibt es nicht wirklich ein "Rezept".
Eine Möglichkeit ist natürlich direkt Bewerbungen zu verschicken.
Für meine Praktikumssuche in Island hatte ich an ausgesuchte Unternehmen (siehe auch Adressen-Suche) Bewerbungen versendet.
Von massenhaftem Versenden von "Blindbewerbungen" an alle möglichen und unmöglichen Unternehmen würde ich aber an dieser Stelle abraten.
Durch gezielte Recherche im Internet lässt sich oft der gewünschte Arbeitsbereich und dessen "Ansprechpartner" eines Betriebes ermitteln. Bewerbungen, die direkt an einen kompetenten Mitarbeiter gerichtet sind, versprechen i. d. R. mehr Erfolg.
Meine Bewerbung nach Island habe ich komplett in englischer Sprache verfasst und per Briefpost (also keine E-Mail) an die Unternehmen abgeschickt:
Der Versand aller Unterlagen im pappverstärkten Briefumschlag - natürlich ausreichend frankiert.
Prinzipiell besteht natürlich auch die Möglichkeit, auf einen Verein oder ein Unternehmen zu setzen, das Praktika vermittelt. Meine Erfahrung dabei hat jedoch gezeigt, dass auch hier das Angebot speziell für Island nicht besonders groß ist.
Sicherlich ist dies ein Weg, den man ergänzend zu allen anderen Bemühungen beschreiten kann. Wie die Aussichten dabei stehen, kann ich leider nicht beurteilen - bei meinem Praktikumswunsch konnte mich niemand vermitteln.
Anschriften einiger "Vermittler" habe ich in der Rubrik Adressen zusammengestellt.
Die immer-währende Frage: wie komme ich an die Adressen von Unternehmen, Zeitungen, Wohnungen, etc.
Viele Adressen habe ich aus dem isländischen Telefonbuch. Dort sind normalerweise neben Telefonnummer und Adresse auch Internet- und E-Mail-Adresse verzeichnet.
Ansonsten empfehle ich, sich einfach mal in einschlägigen Island-Foren umzusehen. Dort finden sich zahlreiche Einträge zum Thema Praktikum und Adresssuche.
Einige Adressen, die für die anfängliche Suche von Interesse sein könnten, habe ich auch unter Adressen zusammengefasst.
Wie lange man braucht, um einen geeigneten Praktikumsplatz zu finden, ist wirklich schwer zu beantworten. Viele haben mir geraten, mindestens ein Jahr vorher mit der Suche zu beginnen .... und es hat sich - gerade für Island - bewahrheitet.
Im November 2004 hatte ich meine Bewerbungen versandt. Und daraufhin erst einmal lange lange Zeit keine Antwort erhalten.
Nach etwa 6-8 Wochen hatte ich mich dann per E-Mail bei den Unternehmen erkundigt. Kläglich kamen so dann einige - negative - Antworten zurück.
Im Januar hatte ich die Unternehmen nochmals angeschrieben und auch dann wieder nur wenige Antworten erhalten.
Im Februar (also geschlagene 4 Monate nach meiner Bewerbung) kamen dann die ersten Rückfragen auf meine Bewerbung: wie viel ich denn "kosten" würde? Was die Unternehmen tun müssten?
Generell musste ich feststellen, dass bei meiner Suche in Island, die Antwort-Zeiten i. d. R. mehrere Wochen beanspruchten. Bis schließlich alle Fragen über die Natur eines Praktikums geklärt waren und die Unternehmen erst einmal in ihre "mal-sehen-ob-wir-Sie-gebrauchen-können"-Phase übergingen, waren schon wieder ein paar Wochen vergangen. Erstaunlicherweise hatten mir dann - trotz anfängliches Interesse - bis auf zwei Firmen alle anderen abgesagt.
Meine Erfahrung hat also gezeigt: ein Jahr vor dem geplanten Praktikums-Beginn ist ausreichend. Alles andere wird eher knapp.