Meine Planung sieht vor, dass ich heute weiter in Richtung Emstrur aufbreche. Nö! Ich zweifle, ob ich überhaupt noch weiter will. So jedenfalls aber nicht. Beim Hüttenwart erkundige ich mich nach dem weiteren Weg bis Landmannalaugar.

Für heute bleibe ich noch hier. Morgen will ich's dann weiter versuchen und plane neu: Zelt, Isomatte und anderes schweres Zeug, was ich in den nächsten Tagen nicht brauche, gebe ich dem Busfahrer, der einmal am Tag vorbeikommt. Das ganze Zeugs wird dann nach Landmannalaugar transportiert und ich habe mein Rucksackgewicht um einiges reduziert.
Über den Hüttenwart reserviere ich die noch vor mir liegenden Hütten, sodass mir für die nächsten Tage ein warmer, trockener Schlafplatz sicher sein dürfte. Der Rucksack ist nun um einiges leichter und ab morgen liegt eine hoffentlich angenehme Zeit vor mir.

Nachmittags erkunde ich die Gegend entlang der Krossá. Thörsmörk ist ein paradiesischer Fleck. In unzähligen Flussarmen wälzt sich das Wasser zum Meer. Hin und wieder zaubert die Sonne durch ein Wolkenloch herrliche Regenbogen an den Himmel. Die Schlucht entlang der Krossá scheint noch so urtümlich mt Moosen, Farnen, Gräsern und einer stattlichen Ansammlung von niederwüchsigen Birken. Ein wirkliches Idyll auf dieser sonst so kragen Insel.
Ständig von starken Regenschauern überrascht kehren meine müden Knochen bald wieder in die warme Hütte zurück. Von dort beobachte ich bei Tee und Weißbrot (aus dem angrenzenden Hütten-Shop), wie ein Bus beim Furten der Krossá stecken bleibt, wie ein Haufen sommerlich bekleideter Touris die Hütte überfällt und den herrlichen Ausblick über das Tal, die umliegenden Gletscher (Mýrdalsjökul und Eyjafjallajökull) und Berge.
Langsam kehren Mut, Kräfte und Trekkingmoral zurück. Die Tourenänderung von Zelt- zur Hüttenübernachtung schmeißt allerdings meinen Finanzhaushalt gewaltig über den Haufen. Ich beschließe daher schweren Herzens, gemütlich bis Landmannalaugar zu trekken und dort vorzeitig meine Tour zu beenden.


Nach meinem Tee wage ich mich - obwohl ich dem äußerst wechselhaften Wetter überhaupt nicht traue - nochmals in die Sonne.
Der kurze Foto-Ausflug auf den Valahnjúkur tut richtig gut. Der Muskelkater verschwindet und ich bekomme wieder richtig Lust auf mehr. Ich freue mich auf morgen!
Oben angekommen empfängt mich auch gleich eine dicke Regenwolke - also leider keine schönen Fotos. Dafür genieße ich den Sturm und Regen, der um mich herumfegt. Trotz des schlechten Wetters ist die Aussicht über Krossá und Markarfljót einfach grandios.

Sehr lecker endet der Tag mit Pilz-Risi-Bisi und restlichem Weißbrot. Vor dem Schlafen packe ich noch voller Vorfreude und Erwartung den Rucksack, dass es am nächsten Tag zeitig losgehen kann. Das Rucksackgewicht ist eine wahre Freude! Der italienische Warden prophezeit für morgen noch das bisherige regnerisch-wechselhafte Wetter. Für übermorgen jedoch beständig schön. Das sind tolle Aussichten. Gute-Nacht um 22:15 Uhr.

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