Am Vortag waren noch eine Menge Teilnehmer eines "Youth-Work-Camps" per Bus angereist. Die Nacht verlief aber dennoch erstaunlich ruhig.
Am Morgen - entgegen aller Vorhersage - schöneres Wetter. Zwar drücken sich dicke Wolken über den Bergen herum, aber zumindest kein Regen. Nach einem ausgiebigen Frühstück breche ich auf.
Als ich die ersten Meter das Tal hinter der Hütte hinauf zurücklege, fängt es auch schon wieder mit der Regnerei an - und hält den gesamten Tag an.
Die Tour ist einfach fantastisch. Innerhalb eines Tages sehe ich so vieles - so Verschiedenes. Ich starte an dem kleinen Birkenwald, gehe über saftig-grüne Hügel, steinige Plateaus, vorbei an canyonartigen Schluchten bis hin zu dem schwarzen Lava-Sand.
Anfänglich musste ich gleich eine 60-cm-Furt der Thröngá mit ziemlich starker Strömung überwinden. Fällt wirklich nicht leicht - und natürlich fehlen auch Leute, an denen man sich das „richtige Furten“ abkucken kann. Also furte ich halt falsch an der falschen Stelle! Ich hab's gerade, unter enormer Kraftanstrengung, geschafft. Melita geht allerdings auf den letzten Metern noch baden. Bevor der Rucksack davon schwimmt, starte ich eine dramatische Rettungsaktion und verzichte auf das Foto *g*
Gegen 18:00 Uhr erreiche ich - nach vielen Kilometern über schwarzen Lavasand - die Hütte Emstrur. Diese ist etwas einfacher als meine letzte Hütte aber mindestens ebenso gemütlich [GPS 63° 45,961 / 19° 22,446]. Ich verbringe meinen Abend mit 3 weiteren Deutschen (einem Pärchen, das Richtung Thörsmörk will und einer Studentin aus Berlin, die in die gleiche Richtung geht wie ich), Penne Napoli und einer Kanne leckeren Tee, während draußen schon wieder der Regen an die Fenster prasselt. Von dem Aufenthaltsraum der mit insgesamt 12 Mann besetzten Hütte bietet sich ein toller Ausblick auf die umliegende Berglandschaft, die teilweise mit Schnee und Eis überzogen ist. Mit diesem Bild gehe ich schlafen: 21:45 Uhr.
Nachtrag: Etwa eine halbe Stunde später kommt der Bergführer einer italienischen Gruppe von der zweiten "Schlafhütte" nebenan zu uns und sucht ein freies Bett. Seine 8-Mann starke Truppe hat die für 20 Mann vorgesehene Hütte so in Beschlag genommen, dass für ihn kein Platz mehr war.
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