Das Regiedebüt des isländischen Schauspielers Baltasar Kormákur "101 Reykjavík" erweis sich als skurrile Typen-Komödie und stößt sowohl bei Isländern als auch bei Islandreisenden auf äußerst gemischte Gefühle. Mit dem Thriller "A Little Trip to Heaven" drehte Kormákur im Sommer 2004 wohl den erfolgreichsten isländischen Kinofilm aller Zeiten. Zwar gibt der Film vor in Minnesota zu spielen, wurde jedoch fast vollständig in Island gedreht.
Der Film spielt in den frühen 80er Jahren zum Höhepunkt der Reagan Revolution. Der schnoddrige Detektiv Holt (Forest Whitaker) arbeitet für eine Versicherungsgesellschaft und soll den Tod des berüchtigten Betrügers Kelvin Anderson bestätigen, der angeblich bei einem Autounfall umgekommen ist. Allerdings hat Holt seine Zweifel ...
"A Little Trip to Heaven" startete im Herbst vergangenen Jahres in den isländischen Kinos und wurde bereits in über 40 Länder weiterverkauft. Der Thriller - der übrigens auch 2006 in deutschen Kinos laufen wird - katapultiert Baltasar Kormákur weit nach vorne und verhilft zu internationalem Bekanntheitsgrad.
Eher ein bisschen unbeachtet habe ich zunächst die Musik zum Film "A Little Trip to Heaven" von Mugison in den hiesigen CD-Läden liegen lassen. Die bisherigen Alben von Mugison waren teilweise nicht mein Stil. Die Titel und Zusammenstellung oft in einer unsympathischen Verwirrtheit, dass man sich doch erst hätte daran gewöhnen müssen.
Irgendwann habe ich mich dann doch hinreißen lassen und die Filmmusik aus der Mugison-Feder angehört. Volltreffer. Die weite Islands, leise Töne, ziehen, zerren, kratzen. Ein Schlagzeug setzt ein, irgendwo im Klangmeer fummeln Gitarren rum.
Schüchtern und verrätselt kommen die Songs daher. Dann wieder rockig und kraftvoll im nächsten Moment.
Mugison gastierte gestern mit seinem Repertoire im Austurbær.
Die ersten Lieder spülen das Publikum fast von den Sitzen. Da werden Folk-Elemente plötzlich von Elektrokaskaden weggespült, völlig verspulte Ideen und Tonfolgen, die keiner Rangordnung gehorchen und nur schwer kann man eine annährende Melodie erkennen.
Doch es geht weiter. Die Musik erholt sich, findet Tritt und einen Beat. Und es beginnt der Konzertgenuss.
Eindringliche, zarte, rockige und harte Melodien steuern eindeutig dem Mainstream-Wahn ebenso gezielt wie gekonnt entgegen. Ein spannendes und ungewöhnliches Konzert - Isländer können eben keine "normale" Musik machen. Schön.
Ein kleiner Ausflug in den Himmel
Montag, 29. Mai 2006
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