Tobender Applaus, begeisterte Zurufe und die stampfende Forderung nach einer Zugabe begleitete gestern José González im fast ausverkauften Club "Nasa" von der Bühne.
Der 27- jähriger Schwede mit argentinischem Blut ist bereits seit dem vergangenen Airwaves ein großes Thema in Island.
Anlässlich seiner fast ausverkauften USA- und Europatournee, die nun gestartet ist, machte er auch halt in Reykjavík. Im vollen Nasa konnte ich mir einen recht guten Platz ergattern und hatte dazu noch einiges an Glück erwischt: keine zwei Meter neben mir hatte José Gonzales seinem "Vorprogramm" Siggi Ármann gelauscht, bis er dann kurz vor seinem Auftritt hinter die Bühne verschwand.
Josés Musik erinnert auf den ersten Blick eher an Nick Drake, ohne wie eine Nachahmung zu wirken. Einfache Gitarrenmusik, zerbrechlich wirkende Songs und der Gesang, der sich nie weit von der Gitarre abhebt, gemischt mit rockig-blumigen Konzertgitarrensound - alle Lieder sind getragen von einer träumerischen Melancholie, die nie zu schwer wird.
Josés Musik basiert auf minimalster Instrumentierung, umso erstaunlicher ist die Stärke, Poesie und Schönheit, die er damit zum Ausdruck bringt.
José González wird eine große Karriere vorhergesagt. Seine Debütplatte "Veneer" ist schon seit geraumer Zeit der Renner schlechthin in seinem Heimatland Schweden. Der enthusiastisch gefeierte Auftritt bei "Top Of The Pops" in England und der schwedische Grammy für sein Album ließen die Verkaufszahlen und seinen Bekanntheitsgrad in die Höhe schnellen.
Die ausgelassene und enthusiastische Stimmung der Menge im Nasa steigerte sich noch mehr bei seinen - hier recht bekannten Liedern - "Lovestain" und "Heartbeats" zu einem zu einem kochenden Kessel vor der Bühne. Einfach schön und genial!
José á Nasa í Kvöld
Dienstag, 14. März 2006
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