Food, Fun und Marit Hætta Øverli
Sonntag, 26. Februar 2006

Der gestrige Tag des Winterlights-Festivals hatte vor allem zwei Höhepunkte. Wobei ich von Zweiterem erst recht kurzfristig und überraschend erfahren habe. Dazu aber später mehr.


Ersterer war das Ende die zeitgleich mit dem WinterLights-Festival stattfindende Veranstaltung "Food & Fun".

Island ist eine Hochburg kulinarischer Genüsse: fangfrischer Fisch aus Atlantik und Gletscherflüssen, Hochland-Lamm und Skyr. Zutaten denen sich auch die teilnehmenden Köche des diesjährigen "Food & Fun"-Festivals stellen mussten. 12 Köche aus den verschiedensten Ländern hatten die Aufgabe drei Gerichte zu kochen - nur mit isländischen Zutaten.
Dazu hatten die Köche und jeweils ein Gehilfe 1 Stunde Zeit sich mit den notwendigen Zutaten im Hagkaup-Supermarkt einzudecken. Dann - unter den Augen der Jury und vielen Zuschauern - 3 Stunden um die Gerichte zuzubereiten.
Verschiedenste Düfte zogen durch den Innenhof des "Reykjavik Art Museum", wo sich die Star-Köche um ihre Kochstände versammelt hatten. Ein Getümmel von Köchen, Zuschauern und Kellner, die das Essen gleich an geladene Gäste und Jury verteilten. Und wie lecker die angerichteten Teller ausgesehen haben. Mhhmm - aber abbekommen hab ich nix.

Eher zufällig habe ich dann von einem Konzert in der Icelandic Opera erfahren. Zufälle, die es in Island eben so gibt. Ein grandioses Konzert soll es sein. Wirklich toll. Man muss es gesehen haben. Aber Karten wird man wohl nicht mehr bekommen, so hieß es.
Als ich bei dem Kartenverkauf der Oper nachgefragt habe, gab's noch Restkarten für das "Marit Hætta Øverli"-Konzert am Abend. Für 1.000 Kronen hab' ich dann einfach mal auf Risiko zugeschlagen und zwei Karten für Melita und mich erstanden.
Und das war wohl auch die einmalig letzte Gelegenheit für Konzert-Karten. An der Warteschlange - die für die kleine Oper erstaunlich lang war - wurden wir immer wieder von enttäuschten Besuchern gefragt, ob wir noch Karten übrig hätten.
Das Konzert begann zunächst mit Steindór Andersen - sozusagen als "Vorgruppe". Der - für alle die beispielsweise sein bisheriges Werken zusammen mit Sigur Rós kennen - erstaunliche Rock-Einlagen hinlegte. Die ersten beiden Lieder noch im bekannten Hilmar-Stil, donnert der Drummer bei den nachfolgenden Liedern auf sein Instrument ein, dass die roten Lämpchen in der Oper nur so vibrieren.
Marit Hætta Øverli würde ich musikalisch eher in die Ecke "Weltmusik" stellen. Sie stammt aus der Finnmark und kombiniert auf erstaunliche Weise die traditionelle Gesangstradition der Sámi mit Pop und Rock. Die isländischen Musiker (u. a. Bandmitglieder der Hardrock-Band Mínus) begleiten mit hämmerndem Rock die Gesänge der Musikerin. Klänge die - wieder einmal - äußerst ungewohnt in den Rahmen des Opernhauses passen. Aber das hatten wir ja hier schon einmal.

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