Auch wenn Reykjavík im Vergleich zu anderen Metropolen wirklich sehr klein und überschaubar erscheint, wird einem hier nicht langweilig.
So begann gestern mit der feierlichen Eröffnug das "Winter Lights Festival" - eine jährlich wiederkehrende Feierlichkeit. Gefeirt wird wohl, dass die Tage endlich wieder länger werden und - weil der Winter hier ja noch ein bisschen anhalten soll - wird gleich der Winter ansich mitgefeiert.
Eröffnet wurde das Vetrarhátíð mit einem wirklich spektakulären Rahmenprogramm auf dem Austurvöllur. Um 20 Uhr war der Platz komplett im dunkeln (ja, alle Straßenlaternen und Beleuchtungen waren aus) und verschiedene Tänzer, Artisten, Akrobaten und kuriose Figuren haben zu lauter Trommelmusik und spektakulären Licht- und Feuereffekten das Festival eröffnet. Man weiß eigentlich nicht wirklich, wo man hinschauen soll: Heiße Rhytmen kommen von den Trommlern, die sich auf zwei Containern platziert haben. Tänzer stehen hinter der verglasten Seite eines Hauses und Tanzen in den verschiedenfabrig erleuchteten Stockwerken. Am anderen Ende des Platzes tanzt eine seltsame Figur um eine Feuerfontaine. Hoch über den Köpfen der Leute versucht sich ein Artist an seinem Hochseil.
Die Erffnungsfeier endet um 20:30 Uhr und die Straßenlaternen, allesamt mit Blumen geschmückt beginnen wieder zu leuchten. Die Menschenmasse - begleitet von einem Fackelzug - schiebt sich vom Austurvöllur Richtung Töjrnin. Die dort angesetzte Veranstaltung fällt allerdings nach dieser Eröffnungsfeier etwas dürftig aus: ein müder Scheinwerfer erleuchtet ein Schild, welches mitten im Wasser steht. Dann geht es auch schon weiter zum letzten Punkt des Fackelzuges - die Erleuchtung des ältesten Baumes der Stadt.
Dieser steht - wenn man allen Reisführern glauben darf - auf dem Fógetagarðurinn. Dort versammeln sich auch alle Leute um das stattliche Gewächs und es wird sogar eine kleine Rede gehalten. Doch als von der Rednerin würdevoll die Worte "Let there be Light" (Es werde Licht) durch das Megaphon kommen, passiert auf dem dunklen Platz ersteinmal gar nichts. Erst einige Zeit später beginnt die normale Straßen und Platzbeleuchtung langsam immer heller zu leuchten. Von einer speziellen Baumerleuchtung nichts zu sehen.

Gleich um's Eck des Fógetagarðurinn steht allerdings ein ebenso großer und knorriger Baum. Der ist zwar nicht Reykjavíks ältester Baum und stand auch nicht im Mittelpunkt der Erleuchtungsveranstaltung, aber der leuchtet. Hat da wohl einer den falschen Baum geschmückt?

Der Abend endet bei Multi-Kulti-Party mit Bauchtanz und irgendwann französischen New-HipHop im "Nasa".


