Jólahlaðborð
Sonntag, 20. November 2005

Jetzt gerad ich schon wieder ins Schwärmen: Das war aber was von lecker und toll gestern. Kurzfristig wurden wir Praktikanten zum gestrigen Jólahlaðborð - eine Art Weihnachtsessen - von Vortex eingeladen.
Um sieben hat unser Cheffe alle seine Schäfchen eingesammelt (übrigens mit einem eigens gemieteten Mini-Bus) und hat sie allesamt in ein Restaurant kurz vor Hveragerði gefahren (Skíðaskálinn í Hveradölum). Persönlich der Boss am Steuer versteht sich.

Die Location war von Weihnachtsstimmung schon fast nicht mehr zu toppen: Alles total rausgeputzt und geschmückt, Weihnachtsmusik und Santa-Claus-Mützen für's Personal inklusive. Ich hatte fast das Gefühl, gleich ist Bescherung.
Und ein Büfett, das sich gewaschen hat: richtig leckeres (typisch isländisches Weihnachtsessen) bis zum Umfallen. Vorne angefangen habe ich mich durch Laufabrauð, Hangikjöt (Räucher-Lammfleisch), Eplasalat (Äpfelsalat), Reyktur lax (geräucherter Lachs) und Rúgbrauð (spezielles Schwarzbrot) des Vorspeisen-Edelbüfett geffutert - soviel, dass ich sogar den Gang zur Hauptspeise auslassen musste. Schade, schade. Der Bauch war auch noch so voll, dass ich die aufgetischten Desserts nur in kleinen Portionen unterbrachte: Eis, Apfelkuchen, Weihnachtskuchen.
Bedauerlicherweise fanden schließlich das Mousse au Chocolat und das Appelsínu Parfait doch keinen Platz mehr.

Dazu leckeren Wein und Brennivin. Großes Stillschweigen übrigens darüber, dass das Werbetäfelchen den servierten Wein zum Vorzugspreis von 3.890 ISK (54 EUR) pro Flasche anpries.

Zu guterletzt: Es wäre ja nicht Island, wenn ich nicht noch was Besonderes zu Berichten hätte. Selbst hier - in diesem sehr stilvollen und gediegenen Rahmen - lies sich die Gesellschaft nicht vom exzessiven Feiern abhalten.
Bereits als - nach dem ausgiebigen Mahl - heizten drei Musiker (Klampfe, Schifferklavier und undefinierbares Blasinstrument) der Menge ein. Fast der ganze Saal jaulte und grölte zu deren Musik.
Was anscheinend lediglich ein müder Vorgeschmack auf den darauffolgenden Tanz zu der Tonkunst des Alleinunterhalters sein sollte. Bereits zu dessen ersten Lied ist die Tanzfläche mit einer wippenden, hüftschwingenden und gut gelaunten Menge gefüllt. Ausgelassene Stimmung bis zum Umfallen.

Irgendwann in der Nacht geht auch das schönste Jólahlaðborð zu Ende und "Chef" fährt allesamt wieder nach Hause.


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