Endlich nehme ich mir mal wieder Zeit für mein Tagebuch. Bin ja nicht so fleißig wie manch anderer Blog-Schreiberling (Alf, Jenny, ...) und will mich daher nun mal zusammenreißen und den lange fälligen Bericht über mein Praktikum zu schreiben.
Aufmerksame Leser wissen ja ohnehin schon das Gröbste: Ich soll für Vortex eine Video-on-Demand und Live-Streaming - Plattform aufbauen. Gar nicht so einfach.
Den Großteil meiner Zeit habe ich bisher damit verbracht, E-Mails und Telefonate mit Firmen zu führen, die uns irgendwie bei diesem Projekt unterstützen können. Beispielsweise indem sie uns Encoder (Gerät um Fernsehsignal für Internet aufzubereiten), Receiver (Gerät um Fernsehsignal via Satelliten zu empfangen), Content (Fernsehinhalte an sich) oder Software zur Verfügung stellen.
Stellenweise klappt das ganz gut und wir bekommen schnell (bzw. kostenlos) Zugang zu dem, was wir brauchen. Bei manch anderen Firmen gehen da erst lange E-Mails hin und her.
Ein gelungenes Beispiel hierfür war ein weltweit bedeutendes Technologie-Unternehmen für Broadcaster aus Frankreich. Wochenlang gingen E-Mails zwischen Reykjavík und Paris hin und her, bis endlich ein Ziel erkennbar wurde: Ein Vertreter des Unternehmens kommt nach Island zu weiteren Verhandlungen. Für mich als Praktikant ein stolzes Ziel, das ich da erreicht habe.
Umso mehr überraschend für mich: Als ich das Kommen des Vertreters bei meinem Chef ankündige, um ihm den Termin zu übergeben, erfuhr ich, dass er diesen Termin unbedingt in meinem Beisein wahrnehmen will. Nochmal langsam, für mich als Student zum Mitdenken: Da kommt jemand (Wichtiges) aus Frankreich um hier über eine Software-Platform zu verhandeln und ich (als Praktikant) soll dabei sein. Oder "darf" dabei sein?
So wirklich recht kann ich diese "Einladung" nicht einsortieren: Freude, dass ich bei so was dabei sein darf oder Schrecken, vor dem Bevorstehenden? Wohl irgendwas zwischen beidem.
So wie ich jeden Tag meine Arbeit antrete, wird's jedenfalls auf keinen Fall gehen. Also rufe ich mal zu Hause an, um mir feinere Klamotte zuschicken zu lassen und natürlich muss auch mal wieder ein Friseur an mein Haupt.
Wobei ich schon wieder beim nächsten Erlebnis dieser Tage wäre - ein isländischer Friseurbesuch. Kaum merklicher Unterschied zu einem mitteleuropäischen Haarschneider. Das small-talk-Repertoire reicht genauso von Wetter über Politik bis hin zu Nachbarschafts-Tratsch und die Haare vielen genauso, wie anderswo. Und eine ansehnliche Frisur ist nach wenigen Minuten im Barbiers-Sessel auch rausgekommen.
Einzigen Unterschied hat wohl dabei mein Geldsackerl gespürt: umgerechnet 32 EUR hat mich ein Herren-Trockenhaarschnitt gekostet. Angemerkt sei, dass ich - wie der Preis vielleicht vermuten lässt - bei einem Innenstadt-Haarkünstler zu Gast, sondern in einem einfachen "Vorstadt"-Lädchen war.
Nun aber zurück zur eigentlichen Geschichte: Der Tag des französischen Besuchs rückt immer näher und die Klamottenkiste bei der Post wohl immer weiter nach hinten. Rechtzeitig ist die Kiste jedenfalls - trotz teueren Luftpost-Portos - nicht angekommen. So habe ich mich mit dem feinsten Stöffchen aus meinem mitgebrachten Repertoire zufrieden gegeben und bin in das Radisson-Hotel zum Meeting aufgebrochen.
Erstaunlicherweise fand ich das Treffen im Nachhinein gar nicht so schlimm, wie ich mir vorher immer in den schillersten Träumen ausgemalt hatte. Eine recht lockere Atmosphäre zog sich durch den Abend. Die Präsentation der Software-Lösung war doch lockerer als erwartet und das anschließende Dinner im "Þrír Frakkar" war glücklicherweise auch in einem Rahmen, bei dem ich gar nicht weiter aufgefallen bin.
Der Abend wurde mit isländischem Bier, köstlichem Fisch abgerundet. Als Hors-d'œuvre hatte ich übrigens die Gelegenheit isländische Spezialitäten zu kosten: Rohes Walfleisch und leicht-geräucherter Papageientaucher.
Praktikum und Edelfriseur
Donnerstag, 17. November 2005
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Sushi einmal anders - gebt mir Walfleisch! Und ich hoffe, dass die Bedenken gewichen sind und sich Freude breit gemacht hat.
Grüße aus Bamberg (noch)
Grüße aus Bamberg (noch)
kommentiert von Alf-Tobias [http://arschoderbauch.blogspot.com/] | Donnerstag, 01-12-05 12:40
Rohes Walfleisch und leicht-geräucherter Papageientaucher.
Muah!!!Wie schon gesagt,da wäre mir alles wieder hoch gekommen...oder ich hätte ganz viel Bier zum runter spülen gebraucht;)
Aber das mit dem "10LiterEimer" ich glaub das mach ich echt*g*
LG Jenny
Muah!!!Wie schon gesagt,da wäre mir alles wieder hoch gekommen...oder ich hätte ganz viel Bier zum runter spülen gebraucht;)
Aber das mit dem "10LiterEimer" ich glaub das mach ich echt*g*
LG Jenny
kommentiert von Jenny | Donnerstag, 17-11-05 19:43
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